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 Gruppe Rüstung des VBS kooperiert mit CSC/DYNCORP 
 Söldner als neue Partner 
 
Für die elektronische Abwicklung der Geschäftsprozesse hat die Gruppe Rüstung des VBS1 mit Computer Science Corporation CSC einen Partner, der neuerdings im weltweiten Söldner-Business mitmischt.Schwerpunkt
Nr. 259, Mai 2003

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1 Wer es immer noch nicht kann: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.

 

 

 

 

Für CSC ist die Zusammenarbeit mit der Gruppe Rüstung des Verteidigungsdepartements VBS eine «Sucess Story», eine Erfolgsgeschichte also. Das kalifornische Unternehmen mit Ablegern in 25 Ländern, darunter auch an mehreren Standorten in der Schweiz, hat eine Informatiklösung entwickelt, die es der Gruppe Rüstung ermöglicht, Beschaffungs- und Verkaufsprozesse effizient über Inter- und Intranet abzuwickeln. Laut eigenen Angaben ist die Gruppe Rüstung, die nach einer allfälligen Zustimmung der Stimmbevölkerung zur Armeereform in Armasuisse umgetauft wird, verantwortlich für Forschung, Entwicklung, Evaluation Beschaffung, Unterhalt und Entsorgung von Materialien und Bauten der Schweizer Armee. Ausserdem sorgt sie als «wirtschaftliches Gewissen des Departements» dafür, dass die Bedürfnisse der Armee kostengünstig gedeckt werden. Um dieser Rolle gerecht zu werden, geht die Gruppe Rüstung gleich selbst mit gutem Beispiel voran und beschafft sich ihre E-Commerce-Lösung beim international tätigen Outsourcing-Spezialisten CSC.

Eigenes Know-How nicht gefragt

Das wäre eigentlich nicht nötig, denn die Zentralen Dienste der Gruppe Rüstung sind laut «Verordnung über die Informatik im Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport» dazu da, «benutzernahe Informatikdienstleistungen für ihre Gruppe» zu erbringen. Geht es nach den Vorstellungen von CSC, so ist die Zusammenarbeit mit der Gruppe Rüstung nicht das letzte Engagement im Auftrag der Schweizer Armee. Unter dem Stichwort «defense» ist auf der Homepage von CSC Switzerland folgendes zu lesen: «CSC verfügt auf dem Gebiet der Partnerschaft mit Streitkräften in vielen Ländern fundierte, mehrjährige Erfahrungen und umfangreiche Ressourcen. CSC Switzerland ist überzeugt, dieses starke Potenzial auch der Schweizer Armee zur Verfügung zu stellen.» Und CSC weiss auch, weshalb dies für die Eidgenossenschaft gut ist. «Beim Security-Outsourcing steht die Kostenreduktion an erster Stelle», schreibt Ditmar Freitag, Information Security Consultatnt bei CSC Schweiz.

Privatisierte Gewalt

Die Kooperation des VBS mit CSC entspringt der Tendenz zur Priva-
tisierung der Gewalt im Allgemeinen und der Privatisierung von staatlichen sicherheits- und verteidigungsrelavanten Aufgaben im Speziellen. Am augenfälligsten ist die Entwicklung dort, wo bewaffnete Konflikte von nicht-staatlichen Akteuren ausgetragen werden, wie etwa im subsaharischen Afrika. Ein Vertrag für eine E-Commerce-Lösung mag im Vergleich zu den blutigen Kriegen als vergleichsweise harmlos erscheinen; da CSC aber nicht irgendein Akteur ist, sondern ein weltweit agierender Partner von Regierungen und Armeen, verdient der Vorgang Beachtung. Finanziell gesehen sind die Aufträge aus den Industriestaaten sehr lukrativ. «Den grössten Teil ihres Umsatzes machen diese Firmen übrigens nicht in Krisengebieten, sondern in den Ländern des Nordens, denn die professionalisierten Armeen der westlichen Staaten privatisieren immer weitere Teile ihrer Aufgaben», stellt etwa Pierre Conesa in der aktuellen Ausgabe von «Le Monde Diplomatique» fest.

Alles aus einer Hand

«Attraktiv» sind Outsourcing-Partner für Regierungen, wenn sie eine breite Palette von Aufgaben übernehmen können. Beschränkte sich CSC bisher weitgehend auf den Bereich Informationstechnologie, kann das Unternehmen mit der jüngst erfolgten Akquisition der im Söldner-Business tätigen Dyncorp nun auch militärische Aufträge im eigentlichen Sinn ausführen. Dyncorp stellt unter anderem in Kolumbien Hubschrauber-Piloten für die Sprühflüge gegen Koka-Plantagen, bildet in Bosnien Polizisten aus und in Afghanistan schliesslich schützen Dyncorp-Truppen Präsident Hamid Karzai. Dass zur privaten Bereicherung die Truppen vor Ort bisweilen auch im Drogen und Sexbusiness mitmischen, wie Dyncorp im Fall ihres Bosnien-Einsatzes vorgeworfen wurde, ist nicht weiter überraschend. Privatisierung von Gewalt geschieht schliesslich vor dem Hintergrund einer Kostenoptimierung und diese Lektion haben auch die Söldner vor Ort begriffen, wenn sie
ihren Zahltag mit kriminellen Geschäften aufbessern.
Der Kauf von Dyncorp war für CSC eine ideale Möglichkeit um weitere Regierungsaufträge an Land zu ziehen. Im Rahmen des «Kriegs gegen den Terror» sind in den USA die entsprechenden Budgets massiv hochgeschraubt worden. Dyncorps Umsatz stammt zu 98 Prozent aus US-Regierungsaufträgen. CSC, dessen bisheriger Umsatz zu einen Viertel aus Regierungsgeldern bestand, kann diesen Anteil dank dem Kauf von Dyncorp nun auf satte 40 Prozent steigern. Auch der Schweizer Ableger von CSC profitiert zu einem wesentlichen Teil von Aufträgen der öffentlichen Hand. So erfreulich Sparbemühungen bei den
Verteidigungsausgaben sind, so unerfreulich sind gewisse Konsequenzen. Kostenoptimierung führt dazu, dass Unternehmen wie CSC als Outsourcing-Partner eine zunehmend wichtigere Rolle spielen – zumal dann, wenn sie eine breite Leistungspalette anbieten können.

 
 
       
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